Hautpflege & Kosmetik Hauttypen & ihre Bedürfnisse – gesunde Haut verstehen

Hauttypen & ihre Bedürfnisse – gesunde Haut verstehen
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Im folgenden Ratgeber stellen wir Ihnen alle wichtigen Hauttypen vor – medizinisch fundiert, einfach erklärt und mit konkreten Pflegeempfehlungen aus pharmazeutischer Sicht.

Die Haut ist unser größtes Organ – und sie verdient eine Pflege, die genau zu ihren Bedürfnissen passt. Ob trockene, fettige, empfindliche oder reife Haut: Jeder Hauttyp weist eigene Merkmale und Herausforderungen auf. Dazu können besondere Hautzustände wie z. B.  Neurodermitis oder Hautveränderungen während einer onkologischen Behandlung kommen, die eine speziell abgestimmte medizinische Pflege benötigen.

1. Trockene Haut (Xerosis cutis)

Medizinische Merkmale:

Trockene Haut entsteht durch eine verminderte Lipidproduktion der Talgdrüsen. Die Hautbarriere kann Feuchtigkeit schlechter halten; der transepidermale Wasserverlust (TEWL) ist erhöht. Typische Symptome sind Spannungsgefühl, Schuppung, Rötung und eine empfindliche, oft raue Oberfläche.

Empfohlene Pflege:

  • rückfettende Cremes und Salben mit Ceramiden oder pflanzlichen Lipiden
  • Feuchthaltefaktoren wie Urea (je nach Verträglichkeit), Glycerin oder Hyaluron
  • milde, seifenfreie Reinigung
  • regelmäßige Pflege zur Stabilisierung der Barriere

Hinweis:
Bei Rissen oder stark gereizten Bereichen ist eine spezifische medizinische Pflege sinnvoll.

2. Fettige Haut (Seborrhoische Haut)

Medizinische Merkmale:

Fettige Haut entsteht durch eine Überproduktion von Talg. Die Haut wirkt glänzend, Poren sind vergrößert und sie neigt zu Mitessern und entzündlichen Unreinheiten. Hormonelle Einflüsse spielen häufig eine Rolle.

Empfohlene Pflege:

  • leichte, nicht komedogene Texturen (Gel, Fluid)
  • talgregulierende Stoffe wie Niacinamid oder Zink
  • Salicylsäure zur Porenreinigung
  • Vermeidung stark fettender Produkte

Hinweis:
Bei entzündlichen Erscheinungen kann eine medizinische Begleitpflege sinnvoll sein.

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3. Empfindliche Haut
(Sensitive Haut)

Medizinische Merkmale:

Empfindliche Haut reagiert schneller auf Reize. Ursache ist oft eine geschwächte Hautbarriere und eine erhöhte Empfindlichkeit der Hautnerven. Symptome sind Brennen, Juckreiz, Rötungen und Reizreaktionen.

Empfohlene Pflege:

  • beruhigende Wirkstoffe (Panthenol, Bisabolol, Beta-Glucan)
  • duftstofffreie, alkoholfreie Produkte
  • kurze, reine Formulierungen (minimale INCI)
  • milde Reinigung, lauwarmes Wasser

Hinweis:
Wir empfehlen eine individuelle Beratung, um irritierende Stoffe auszuschließen.

 

4. Reife Haut
(Chrono- oder Photoaging)

Medizinische Merkmale:

Mit zunehmendem Alter nimmt die Produktion von Kollagen, Elastin und Hyaluron ab. Die Haut verliert an Festigkeit, wirkt trockener, und Fältchen entstehen. UV-Strahlung beschleunigt diese Prozesse.

Empfohlene Pflege:

  • regenerierende Wirkstoffe: Retinoide, Peptide, Vitamin C
  • antioxidativer Schutz z. B. mit Vitamin E oder Polyphenolen
  • intensive Feuchtigkeitszufuhr
  • täglicher UV-Schutz (LSF 50+)

Hinweis:
Eine personalisierte Anti-Aging-Pflege ist besonders effektiv.

 

5. Neurodermitis
(Atopische Dermatitis)

Medizinische Merkmale:

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Die Hautbarriere ist deutlich geschwächt, der Wasserverlust stark erhöht. Typisch sind trockene Haut, Juckreiz, Rötungen, Ekzeme und schubweiser Verlauf.

Empfohlene Pflege:

  • reichhaltige Basistherapie mit rückfettenden Emollienzien
  • Barrierestärkung durch Ceramide, Cholesterol und Fettsäuren
  • Feuchtigkeitspflege (niedrig dosiertes Urea bei Erwachsenen; bei Kindern meist ohne)
  • milde, seifenfreie Reinigung
  • juckreizreduzierende Pflege mit Panthenol oder Polidocanol
  • frühes Schubmanagement mit geeigneten medizinischen Produkten

Hinweis:
Für Säuglinge, Kinder und Erwachsene empfehlen wir eine individuelle Beratung.

 

6. Hautpflege während einer onkologischen Behandlung

Medizinische Merkmale:

Krebstherapien wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder zielgerichtete Medikamente können die Haut stark beeinflussen. Zu den häufigsten Veränderungen gehören:

  • ausgeprägte Trockenheit und Schuppungen
  • Entzündungen oder Rötungen
  • Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen
  • Hand-Fuß-Syndrom
  • Strahlendermatitis (lokale Hautreaktionen im Bestrahlungsfeld)

Empfohlene Pflege:

Basismaßnahmen:   

  • parfümfreie, reichhaltige Cremes oder Salben
  • Ceramide und Panthenol zur Stärkung der Barriere
  • Feuchtigkeitsspender wie Glycerin oder Hyaluron

Besondere Empfehlungen:

  • bei Strahlentherapie: keine alkoholhaltigen Produkte im Bestrahlungsfeld
  • Hand-Fuß-Syndrom: intensive Fuß- und Handpflege, kühlende Anwendungen
  • sehr milde Reinigung, lauwarmes Wasser, kein mechanisches Peeling
  • Sonnenreduktion & konsequenter Sonnenschutz (LSF 50+)

Hinweis:
Jede Therapie ist individuell. Eine persönliche Beratung hilft, die Haut optimal zu begleiten.

 

Unser Fazit:

Die richtige Hautpflege beginnt mit dem Verständnis des eigenen Hauttyps. Ob alltägliche Hautbedürfnisse oder besondere Herausforderungen wie Neurodermitis oder eine onkologische Therapie – eine sorgfältig abgestimmte Pflege kann Beschwerden lindern, die Barriere stärken und das Wohlbefinden deutlich verbessern.

Wir unterstützen Sie gerne mit:

  • individueller Hautanalyse
  • pharmazeutischer Beratung
  • passgenauen Pflegeempfehlungen
  • spezieller Unterstützung bei sensiblen oder medizinisch anspruchsvollen Hautzuständen

Sie haben Fragen? Wir beraten Sie gerne! 

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